Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" Inh. Ulla Schünemann


Inhaberin Ulla Schünemann

Die Handweberei Geltow im Spiegel der Medien

Gut betucht in den Sommer

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Webermeisterin Ulla Schünemann präsentiert ihre Leinen-Mode in Geltow

Wie wäre es mal mit gelb-braun kariertem Schottenlook für den Herrn? Zumindest Ulla Schünemann stellt sich so den modebewussten Golfer im Sommer 2008 beim Abschlag vor. Zur traditionellen, jährlichen Modenschau präsentierte die Webermeisterin ihre neue Kollektion im Innenhof ihrer Weberei: sommerlich bunt und wie immer aus handgewebten Leinen-Stoffen. Weit über 50 Modeinteressierte waren dafür nach Geltow gepilgert.

Um 15.30 Uhr sollte es jüngst losgehen – da hatten noch längst nicht alle einen Sitzplatz. Als selbst die Hockerchen aus der Werkstatt vergriffen waren, mussten Bierbänke organisiert werden. Zeit genug, sich umzusehen. Hart gesottene Fans erschienen bereits in Designer-Kleidung aus dem Hause Schünemann. Eine Modenschau vor der Modenschau sozusagen: mit Sommerkostümen, luftigen Leinenblusen und weit geschnittenen Hosen im Marlene-Stil – seit Jahren ein Verkaufsschlager in Geltow.

Die Leinen-Fans lagen damit voll im Trend: Die Marlene, oberhalb des Knies wird sie schon weiter, ist das Must-Have dieses Sommers, Kate Moss sei Dank. Das Topmodel war die erste, die in ihr gesichtet wurde. Stilikonen wie Kylie Minogue und Paris Hilton zogen nach. Und in Mailand schlenderte zuletzt Naomi Campbell für Dolce & Gabbana mit ihrer neuen Beinfreiheit über den Laufsteg. Geltow steht den Modemetropolen dieser Welt da in nichts nach. Ob rot, beige, weiß oder schwarz, die Marlene war in allen Varianten zu erblicken. Vorbei sind die Zeiten, in denen Sie sich schweißgebadet und unter zeitweiligem Sauerstoffmangel in die verflixt enge Röhre zwängen musste. Frauen können aufatmen!

Aber genug der Warterei: Nach einer knappen halben Stunde hatten die Schünemann-Fans sich ausgiebig begutachtet und brannten auf die neue Kollektion. „Ich werde mal sehen, ob mir heute etwas ins Auge sticht“, so Karin-Ute Hartmann, eine langjährige Kundin. Der Preis: zweitrangig. Zu kräftigen Bässen und „I’m Too Sexy“ von Right Said Fred tingelten die Models über den Laufsteg. Gelb und Orange dominierten, die Schnitte vorwiegend schlicht und gerade.

Die Kollektion kam gut an. Auch Frau Hartmann hat sich etwas ausgeguckt: Einen glockenförmigen Rock, dazu farblich passend ein beiges Oberteil. Zwischen 400 und 550 Euro wird es kosten, wenn sie sich die beiden Teile nach Maß schneidern lässt. Sie wird ein andermal wieder kommen. Kritikern jedenfalls, die behaupten, Leinenkleider sähen aus wie Säcke, kann Hartmann nur entgegnen, dass sie von dem Naturstoff überzeugt ist. Gerade im Sommer sei das luftdurchlässige Material angenehm zu tragen. Und nicht zuletzt kaschierten die weiter geschnittenen Stücke auch manche Problemzone.

„Leinen nimmt Körpergeruch weniger stark an und hat darüber hinaus eine selbstreinigende Eigenschaft“, erläuterte Schünemann. Seit 1977 webt sie die Stoffe in Geltow. Dem Diktat der Mode hat sie sich dabei nicht verschrieben. „Der zeitlose Stil ist uns wichtig, denn die Kunden sollen die Sachen auch in zehn Jahren noch tragen können“, betonte die Weberei-Chefin. Für sie ist es eher ein glücklicher Zufall, dass die Frauenwelt gerade nach der Marlene schreit. Allerdings: auch ohne Trend läuft die Weberei gut. Neben der regionalen Fangemeinde beliefert die Handweberei drei Boutiquen in Deutschland, hat Kunden aus aller Welt.

„Man merkt, dass wir mit Liebe weben“, so Schünemann. Handarbeit habe zwar ihren Preis, vor allem, da die Kleidungsstücke ausschließlich in Deutschland gefertigt werden, doch der zahle sich in Qualität wieder aus. Die gutbetuchten Kunden danken es ihr.


Artikel von Carina Körner zitiert nach Potsdamer Neueste Nachrichten vom 30. 05. 2008