Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" Inh. Ulla Schünemann


Inhaberin Ulla Schünemann

Die Handweberei Geltow im Spiegel der Medien

Die Kunst des Weglassens. Henni Jaensch-Zeymer

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50% Leinen (Schuß), 50% Baumwolle (Kette) in Leinwandbindung.

In Geltow, unweit von Potsdam, wird in einer ehemaligen Gastwirtschaft auf bis zu 300 Jahre alten Handwebmaschinen traditionelles Handwerk gepflegt und gezeigt. Der denkmalgeschützte Webhof ist aber, anders als man vermuten könnte, kein Museum, sondern ein produzierender, florierender Betrieb, der Tisch- und Schlafdecken, Handtücher und Kissenbezüge webt. Prägend für die Arbeiten von Deutschlands größter Handweberei ist bis heute die Weberin und Textilgestalterin Henni Jaensch-Zeymer (1904–1998), die nach der Wende die Revitalisierung ihres Lebenswerks noch verfolgen konnte. 1939 rief Jaensch-Zeymer, die sich bereits als Einfrau-Handweberei einen Namen gemacht hatte, den Webhof als eine sich weitgehend selbstversorgende Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Gleichgesinnter ins Leben. So diente der weitläufige Garten des Anwesens der Viehhaltung und dem Gemüseanbau, unter anderem wurde die Wolle der hauseigenen Schafe direkt weiterverarbeitet. Orientiert an der Bauhaus-Programmatik pflegte Jaensch-Zeymer bei ihren Entwürfen die „Kunst des Weglassens“ und war überzeugt davon, daß jede künstlerische Arbeit in der Ausgestaltung fundierten Handwerks gründet. Ihr unprätentiöser Ansatz ähnelt dem der mit ihr befreundeten Keramikerin Hedwig Bollhagen, die sich erst gar nicht dem Verdacht aussetzen wollte, „Kunst“ zu schaffen. So verwundert es nicht, daß Bollhagen und Jaensch-Zeymer, die beide zu DDR-Zeiten nie ihre Selbständigkeit verloren und sozusagen privat blieben, oft eng zusammengearbeitet haben; ein besonderes Anliegen war ihnen die Abstimmung von Tischwäsche und Services. Henni Jaensch-Zeymer hat zahlreiche Muster gestaltet, die den Wechsel der Moden und Zeiten gewissermaßen ignorieren und heute noch in Geltow unverändert gewebt werden. Die Tischwäsche „Harro“ entstand in den 1960er Jahren und wurde über viele Jahre in verschiedenen Farbstellungen gewebt, sie wird nun exklusiv für uns wieder in einer begrenzten Stückzahl aufgelegt. Jede Tischdecke wird in ihrer erforderlichen Länge abgepaßt gewebt, das heißt, durch das Einrichten des Webstuhls in der jeweiligen Breite der Tischdecke bleiben die Webkanten erhalten und bilden einen sauberen, glatten Abschluß: ein Charakteristikum handgewebter Stoffe. Der Griff ist fest und leicht körnig. In vier Farben und der Grundfarbe Gelb gewebt, sind die Harro-Decken sommerlich und für die Tafel im Garten und auf der Terrasse bestens geeignet. Die Quadrate und die Streifen (im Randbereich) sind in ihrer Größe proportional den Maßen der verschiedenen Decken angepaßt, so daß die Muster jeweils sehr ausgewogen wirken. Sommerliche Tischwäsche.

Wir haben hier ein kleines Sortiment Tischwäsche zusammengestellt aus Tischdecken verschiedener Musterung und Herkunft, teilweise mit den passenden Servietten, die allesamt für den Außeneinsatz geeignet und dementsprechend unempfindlich und pflegeleicht sind. Besonderes Augenmerk liegt auf der Tischdecke „Harro“, die eigens für uns wieder aufgelegt wurde und die in der Werkstatt von Henni Jaensch-Zeymer in Geltow entstanden ist. Wie die baskische Tischwäsche auch besteht sie aus einem festen Halbleinengewebe. Die italienische Tischwäsche aus dem Offizierskasino ist aus strapazierbarer Baumwolle gewebt.

Pflegehinweis:
Die Decken sind nicht vorgewaschen und laufen bei der ersten Wäsche um ca. 8–10% ein; allerdings sind sie kochfest und können bei 95° C gewaschen werden. Wer das Einlaufen verhindern will, läßt die Decken trocken reinigen.


Artikel von MANUfactum zitiert nach MANUfactum - Die OnlineZeitung vom 15. 08. 2010