Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" Inh. Ulla Schünemann


Inhaberin Ulla Schünemann

Die Handweberei Geltow im Spiegel der Medien

Handgewe(r)be mit Tradition

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Stoffe aus Geltow sind in den Kunstgalerien der Welt zu sehen

GELTOW Die vergangenen zwei Jahrzehnte betrachtet Ulla Schünemann mit gemischten Gefühlen. Die Weberin ist nach dem ständigen Auf und Ab der vergangenen Jahre froh, dass ihre Handweberei in Geltow heute auf festen Füßen steht. „Wir sind mittlerweile von der Produktpalette her Deutschlands größte Webereimanufaktur“, sagt sie stolz. Auch ein niederländischer Künstler lässt für seine Ausstellungen in Geltow weben. Am 19. Juni feiert die Weberei nach der Wiedereröffnung 1992 ihr 20jähriges Bestehen bei einem Tag der offenen Tür. Eigentlich wollte Ulla Schünemann nicht in demselben Handwerk tätig werden wie ihre Mutter, doch meistens macht sie genau das, was sie ursprünglich ausgeschlossen hatte. 1987 übernahm Schünemann die Geltower Handweberei von Henni Jaensch-Zeymer, gründete sie nach dem Wendeaus 1992 als „Aktives Museum“ neu. Aktiv in dem Sinne, dass die Frauen an jahrhundertealten Webstühlen für die Ausstellungsbesucher arbeiten und über das Handwerk informieren. „Weil das Schaumuseum damals nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme war, konnten wir die gewebten Stoffe nicht verkaufen“, so Schünemann. Das änderte sich, als die Weberin 1998 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und neben dem Museum auch die Produktion neu aufleben ließ. Heute ist die Weberei ein Familienbetrieb. Ulla Schünemanns Töchter arbeiten ebenfalls in der Weberei. Bianca Schünemann ist Weberin, ihre Schwester Nadine betreibt seit vier Jahren ein Café neben dem Museum. Die Webstoffe aus Geltow werden nicht nur von Museumsbesuchern gekauft, sie können unter anderem auch über den „Manufactum“-Katalog bestellt werden. Bei Filmemachern traf das traditionelle Handwerk in den letzten Jahren auf besonderes Interesse. Der Sat.1-Film „Frauen wollen mehr“ wurde 2008 teilweise in der Handweberei gedreht. „Für den Stauffenberg-Kinofilm haben wir Handtücher gewebt“, sagt Ulla Schünemann. Das Besondere an den Produkten ist gegenüber der maschinellen Herstellung die nicht umgenähte, gerade Webekante. Zudem wird nach individuellen Wünschen des Kunden qualitativ gearbeitet. So auch, als der niederländische Künstler Willem de Roij 2010 beim Googeln auf die Manufaktur stieß und sich mit Ulla Schünemann in Kontakt setzte. In Geltow ließ er für seine Ausstellungen unter anderem Stoffe aus vergoldeten und versilberten Fäden weben. Bis April waren die Werke beispielsweise beim Kunstverein München zu sehen. Ulla Schünemann will auch künftig mit dem Künstler zusammenarbeiten. Regelmäßig finden in der Manufaktur kulturelle Veranstaltungen statt. Bei einer Modenschau werden am 19. und 26. Mai Webereiprodukte in Szene gesetzt. Ein altes Cembalo steht dort am 16. Juni für einen Abend mit „Preußischer Hofmusik“ zur Verfügung. Ulla Schünemann hofft, dass ihr Betrieb in den nächsten 20 Jahren noch bekannter wird und sie die Zahl der Mitarbeiter von derzeit drei Frauen noch steigern kann.


Artikel von - chb - zitiert nach Märkische Allgemeine - Potsdamer St vom 10. 05. 2012